Gold als strategische Reserve – Warum die Welt wieder auf Gold setzt
Warum kaufen Zentralbanken weltweit so viel Gold? Dahinter könnte ein grundlegender Wandel der Weltwirtschaft stehen.
Vom Produzieren zum Finanzsystem (Securitization)
Viele Industrieländer verdienen heute zunehmend an Finanzmärkten statt an der Produktion realer Güter. Unternehmen investieren häufiger in Aktienrückkäufe und Finanzprodukte als in neue Fabriken. Gleichzeitig wird die Produktion ins Ausland verlagert. Die Folge: Konsumgüter werden günstiger, während Dienstleistungen wie Wohnen, Bildung oder Gesundheitsversorgung deutlich teurer werden. Früher konnte oft ein Einkommen ein Haus finanzieren, heute ist das in vielen Ländern deutlich schwieriger.
Das wirtschaftliche Dreieck
Ein häufig diskutiertes Modell beschreibt drei Ziele, von denen sich nur zwei gleichzeitig erreichen lassen:
- Industrie und Arbeitsplätze stärken
- Lebenshaltungskosten niedrig halten
- Eine starke Währung behalten
Alle drei gleichzeitig gelten langfristig als kaum vereinbar.
Bancor und Gold als neutrale Reserve
Bereits 1944 wurde mit dem Bancor eine neutrale Weltreservewährung vorgeschlagen, die Handelsungleichgewichte automatisch ausgleichen sollte. Das Konzept wurde nie umgesetzt. Heute sehen einige Ökonomen Gold als möglichen Ersatz, da es keinem Staat gehört und weltweit akzeptiert ist. Die anhaltenden Goldkäufe vieler Zentralbanken werden deshalb als Vorbereitung auf eine mögliche Neuordnung des internationalen Währungssystems interpretiert. Einige Analysten leiten daraus langfristig deutlich höhere Goldpreise ab – auch wenn dies derzeit reine Theorie bleibt.
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